Am 3. August fuhren wir Pfadfinder voller Erwartungen mit dem öffentlichen Nahverkehr (und dem damit verbundenen Schienenersatzverkehr) 9 Stunden nach Kirchmöser in Brandenburg. Am Seeufer lagen unsere Kanus bereit, die wir nach kurzer Einweisung auf die Insel Kiehnweder paddelten. Dort angekommen richteten wir unsere Zelte ein und ließen wir den Abend nach dem Essen am Lagerfeuer ausklingen. Der zweite Tag begann mit einer Geländeerkundung auf der Insel. Der leichte Regen konnte uns nicht abhalten in Doppelschrittzahl die Ausmaße des Eilandes zu erkunden. Bei dieser Wanderung umrundeten wir einmal die Insel auf einem kleinen gewundenen Waldpfad. Glücklicherweise klarte es gegen Mittag wieder auf und wir lernten, wie man ein Kanu bewegt. Am dritten Tag begannen wir, aus Holzleisten und leeren Wasserkanistern ein Floß zu bauen. Wir hatten nur wenige Schrauben, sodass wir die Kanister, die je dreißig Liter fassen, mit Seilen an der Unterseite des Floßes festbinden mussten. Gegen Nachmittag haben wir dann noch ein schönes Segel gestaltet, welches ziemlich gut funktionierte, wie sich noch herausstellen sollte. Der Floßbau wurde an Tag vier beendet und wir tauften unser Floß mit einer Zeremonie auf den Namen „Die Moloch“ (wie das Schiff aus dem Buch- die 13.1/2 Leben der Käpten Blaubär, dass wir an jedem Abend im Lager vorgelesen haben). Das Floß es wurde zu Wasser gelassen und konnte bis zu 360 kg tragen. Ab diesem Zeitpunkt begleitete uns das Floß, wenn wir an den Badestrand zur Südspitze der Insel fuhren. Es diente meist als schwimmende Plattform, auf welche man von oben, wenn das Wasser tief genug war auch springen konnte. Am nächsten Tag organisierten wir eine Wasserolympiade. Wir haben uns in ungefähr gleich starke Teams eingeteilt, und uns dann in den Disziplinen Wasserball, Kanurennen und einer Schwimmfregatte einen Wettbewerb gestartet. Im Abendsonnenschein fuhren wir unser Floß am Nachmittag auf den See und ankerten es. Alle Pfadfinder fuhren mit Kanus zum Floß und wir feierten mitten auf dem See einen Gottesdienst, bei dem einige Pfadfinder ihr Pfadfinderversprechen abgegeben haben. (Eine zentrale Methode der Pfadfinderbewegung ist das Bekenntnis jedes Einzelnen zu den Idealen der Bewegung. (Pfadfindergesetze) Dafür legt jeder Pfadfinder das Pfadfinderversprechen ab.) Nach dem die Sonne untergegangen war saßen wir am Lagerfeuer und es haben im Stamm den Stufenwechsel gefeiert. In unserem Stamm werden die Kinder nach dem Alter in
verschiedenen Gruppen eingeteilt. Es gibt die Wölflinge (6 – 9 Jahre), die Jungpfadfinder (9- 13 Jahre), die Pfadfinder (13 – 16 Jahre) und die Rover (ab 16 Jahren). Freudig wurden die neuen Mitglieder von den Leitenden in den Stufen begrüßt.
Am vorletzten Tag durfte die Pfadfi-Stufe im Gedenken an Pater Franz Reinisch in der Gedenkstätte der JVA Brandenburg an einer Führung teilnehmen. Wir haben uns im Vorfeld mit der Thematik der Naziverbrechen im dritten Reich beschäftigt und waren betroffen über die Vergehen der Hingerichteten, die von Verweigerung des Fahneneides auf Hitler, Fahnenflucht, negative Äußerungen über das NS-Regime, bis zum Verstecken von jüdischen Familien und Wehrdienstverweigerung reichten.
Zurück im Lager konnten wir noch lange über das Gesehene sprechen und nachdenken.
Am nächsten Tag bereiteten wir unser Abschiedsfest vor und jedes Zelt erarbeitete einen kleinen Beitrag dazu. Der Abend wurde sehr lustig und alle krochen müde aber glücklich in die Schlafsäcke.
Am Ende unseres Lagers können wir auf eine schöne, erlebnisreiche Zeit zurückblicken, in der wir fröhliche Lagerfeuerrunden mit Geschichten und Liedern, tollen Wasserabenteuern mit Kanus und Floß erleben durften.
Am Samstag traten wir dann unsere Rückfahrt ins Eichsfeld an. Wir wurden von unseren Eltern freudig am Bahnhof begrüßt. Staubig-Verschwitzt, mit Grasflecken und kleinen Wunden wurden wir zufrieden und erschöpft von unseren Eltern in die Arme geschlossen. Wir waren glücklich sie nach einer Woche wiederzusehen.
Wir freuen uns schon jetzt, wenn wir auch im nächsten Jahr ein so cooles Stammes- Sommerlager mit den Pfadfindern erleben dürfen.
Merle Baudisch, Lukas, Günther, Jakob Klingebiel, Samuel Krumtünger


























