Mit Rückenwind für Gemeinschaft und Glauben
Mit Fahrrädern, Schlafsack, Isomatte und jeder Menge guter Laune im Gepäck machten sich die Pfadis vom Stamm St. Ägidien am 13. Mai 2026 auf den Weg zum traditionellen Himmelfahrts-Hike in Richtung Klüschen Hagis zur Männerwallfahrt. Schon zu Beginn zeigte sich das Wetter eher von seiner rauen Seite: Auf der Hinfahrt begleitete uns immer wieder kräftiger Regen und so kamen wir ziemlich durchnässt an unserem Übernachtungsort an.
Umso dankbarer waren wir für die herzliche Unterstützung des Forstes, der uns freundlicherweise die Forsthütte in Wachstedt zur Verfügung stellte. Dort konnten wir nicht nur trocken unterkommen, sondern auch ein herrlich wärmendes Feuer entzünden. Schnell verbreiteten sich Wärme, Gemütlichkeit und das besondere Gefühl von Gemeinschaft. Während draußen der Regen gegen die Fenster trommelte, trockneten drinnen Kleidung und Schuhe am Feuer.
Nach einem gemeinsamen Abendbrot richteten wir unsere Schlafplätze ein und starteten anschließend in eine intensive Abendrunde. Die Themen hatten die Jugendlichen selbst ausgewählt – ein Zeichen dafür, wie wichtig ihnen Austausch und Mitsprache sind. Gemeinsam besprachen wir zunächst Gesprächsregeln: respektvoll miteinander reden, einander zuhören und die Meinung des Gegenübers wertschätzen.
So entstand eine sachliche und offene Diskussion, in der zunächst jede und jeder die eigenen Gedanken darstellen konnte. In einer zweiten Runde gingen wir bewusst auf die Argumente der anderen ein. Besonders beeindruckend war, wie aufmerksam zugehört wurde und wie respektvoll unterschiedliche Sichtweisen nebeneinanderstehen konnten. Gerade solche Gespräche zeigen, wie wichtig Wertschätzung, gegenseitiges Verständnis und das Hinterfragen der eigenen Ansichten für ein demokratisches Miteinander sind. Wir konnten viel voneinander lernen und als Gemeinschaft weiter zusammenwachsen.
Am nächsten Morgen machten wir uns schließlich auf den Weg zur Männerwallfahrt nach Klüschen Hagis. Die gemeinsame Andacht war für viele Jugendliche ein besonderer Moment. Gerade nach der Firmung erleben die Pfadis ihren Glauben nicht nur im Gottesdienst, sondern auch unterwegs, in Gemeinschaft und im gemeinsamen Erlebnissen. Solche Erfahrungen stärken und zeigen, wie lebendig Glauben im Alltag sein kann.
Für die Heimfahrt meinte es Petrus dann wieder gut mit uns: Statt Regen erwarteten uns Sonne und angenehme Temperaturen. So konnten wir ganz entspannt und sonnenverwöhnt zurück nach Heiligenstadt radeln – erfüllt von vielen Eindrücken, guten Gesprächen und dem Gefühl einer starken Gemeinschaft.
Karola Klingebiel






