Ein Abenteuer der Pfadistufe vom Stamm St. Aegidien Heiligenstadt
Mit Paddel in der Hand, Vorfreude im Herzen und Sonnenschein im Gepäck starteten die Pfadis des Stammes St. Aegidien Heiligenstadt (DPSG) am Freitag, den 29. Mai, ihren großen Kanu-Paddle-Hike von Hann. Münden bis Bad Karlshafen – drei Tage Weser, Wildnis und Gemeinschaft, die so schnell niemand vergessen wird.
Ankunft in Hann. Münden – Und dann kam das Gewitter
Die Reise begann entspannt mit dem Zug bei bestem Wetter. Am Kanuclub Hann. Münden angekommen, packten alle gemeinsam an: Das große Beduin-Zelt wurde in Teamwork aufgebaut – schon hier zeigte sich, was Pfadfinden bedeutet: mitdenken, mitanpacken, sich gegenseitig helfen.
Zum Abend wurden zwei mächtige Siebensitzer-Kanus zu Wasser gelassen. Schnell wurde klar: Diese Boote sind eine ganz andere Welt! Im Vergleich zu Zweier- oder Dreierkanus braucht es deutlich mehr Kraft, Koordination und – vor allem – vorausschauendes Lenken. Alle Hände ans Paddel, alle Augen voraus, alle Stimmen im Takt. Gute Laune war dabei die zuverlässigste Antriebskraft.
Dann zog ein heftiges Gewitter auf. Blitze, Donner, prasselnder Regen – draußen tobte die Natur. Wir Pfadfinder waren behütet und trocken im Zelt. Gelächter, Geschichten und der Zusammenhalt einer Gemeinschaft, die trägt. Für echte Pfadis ist schlechtes Wetter eben kein Hindernis, sondern ein Erlebnis.
Kloster Bursfelde und goldener Sonnenschein
Der Samstag erwachte frisch und sonnig – wie neu gewaschen. Nach einem guten Frühstück ging es auf die Weser, dem Fluss entlang bis zur Mittagspause beim Kloster Bursfelde, einer ehrwürdigen ehemaligen Benediktinerabtei. Das romanische Gemäuer, die Doppelkirche, die jahrhundertealten Mauern – ein wundervoller Kontrast zum quirligen Treiben auf dem Wasser. Geschichte erleben, nachspüren, staunen, war angesagt.
Gestärkt und inspiriert paddelten die Pfadis weiter bis nach Gieselwerder, wo direkt an der Weser die Zelte aufgebaut wurden. Gemeinsam wurde gekocht und gegessen – im wärmenden Abendlicht schmeckt alles ein bisschen besser.
Den Abend krönte ein Vortrag über Japan von einem unserer Leitenden, der mit vielen neuen Eindrücken von seiner Reise berichtete. Fragen wurden gestellt, Geschichten erzählt, und der Horizonte erweitert. Und danach? Zog es alle noch einmal an den Fluss, um im letzten Abendlicht dem vorbeiziehenden Wasser zu lauschen. Erschöpft und glücklich fielen alle in ihre Schlafsäcke – und die Träumenden paddelten weiter durch die Nacht.
Regen, Zusammenhalt und eine demokratische Entscheidung
Der Sonntag empfing die Gruppe mit strömendem Regen. Doch aufgeben? Nicht mit Pfadfindern! Lager abbauen, Regenjacken an, Paddel in die Hand – und weiter auf der Weser. Die Fahrt durch Tropfennebel und Regenschleier war sehr besonders, fast magisch: eine Welt aus Wasser und Grau, in der jeder Paddelschlag zählte und jede Aufmunterung gehört wurde.
In Bodenfelde kam dann der Moment, der zeigt, was Gemeinschaft wirklich trägt: Gemeinsam wurde entschieden, die Boote an Land zu bringen und einen früheren Zug nach Hause zu nehmen. Eine demokratische Entscheidung – abgewogen, respektiert, gemeinsam getragen. Nicht jedes Abenteuer muss bis zur letzten Minute durchgehalten werden. Manchmal ist das kluge, fürsorgende Entscheiden das größte Zeichen von Stärke.
Fazit: Wir waren dabei – und das war super!
Drei Tage auf der Weser. Sonne, Regen, Gewitter, Klosterfrieden, Japangeschichten, kräftige Paddelarme und noch kräftigere Gemeinschaft. Die Pfadis des Stammes St. Aegidien Heiligenstadt haben nicht nur das Paddeln gelernt – sie sind füreinander eingestanden, haben Entscheidungen gemeinsam getroffen, aufeinander geachtet und Werte gelebt, die kein Schulbuch lehren kann.
Ein herzliches Dankeschön an alle Pfadis, die dabei waren – und ein besonders großes Dankeschön an die Leitenden der Pfadistufe, die diesen Paddle-Hike so wunderbar organisiert und begleitet haben. Wir haben etwas geschafft, das bleibt.
Gut Pfad!
Karola Klingebiel














